Blitzer Typen bei Geschwindigkeitsmessungen

Die Blitzer Typen und wie hoch das Bußgeld bei der Überschreitung der Höchstgeschwindigeit ist

Blitzer und Radarfallen

Blitzer & Radarfallen

    Zur Erfassung der Geschwindigkeit und Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Deutschland auf deutschen Straßen wie Autobahnen oder Landstraßen, innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften viele unterschiedliche Arten von Messgeräten, sogenannte Blitzer zur Erfassung von Geschwindigkeiten für PKW, LKW und Motoräder in Gebrauch.

    Laut aktuellen Bußgeldkatalog 2020 informieren wir Sie über Bußgeld, Punkte in Flensburg und Fahrverbote sowie über umfassende Informationen bezüglich Blitzer und Radarfallen.
    Welche Blitzer Typen werden in Deutschland verwendet und wann löst ein Blitzer eigentlich aus? Gibt es eine Toleranz beim Blitzen und Messen von Geschwindigkeitsüberschreitungen und wie verlässlich ist ein Geschwindigkeitsmessgerät und die Geschwindigkeitsmessung?



    Poliscan Speed Blitzer bei der Geschwindigkeitsmessung

    Das Poliscan Speed ist eines der meist genutzten Systeme zur Geschwindigkeitsüberwachung und zur Ermittlung der Geschwindigkeitsüberschreitung mittels Lasertechnologie des Unternehmens Vitronic. Der Poliscan Speed Blitzer wird in vier Varianten angeboten:
    Poliscan Speed stationär (moderne silberne Säule)
    Poliscan Speed mobil (Stativ oder Messfahrzeug)
    Poliscan Speed Enforcement Trailer (mobiler Anhänger)
    Compact City Housing (mehrspurige stationäre Geschwindigkeitsmessung bis zu einer Höhe von 3m)

    Der Poliscan Speed Blitzer kann vollautomatisch mehrere Fahrzeuge auf mehreren Fahrspuren gleichzeitig überwachen und unterschiedliche Grenzwerte (LKW, PKW) für Geschwindigkeiten vorgeben.
    Die aktuellen Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen erfahren Sie beim:
    Bußgeldkatalog Geschwindigkeit PKW
    Bußgeldkatalog Geschwindigkeit LKW
    Das Geschwindigkeitsmessgerät Poliscan Speed misst mittels eines Laserstrahls über eine Fahrbahndistanz von 10 – 75m und ist mit zwei hochauflösenden Digitalkameras zur Kennzeichen- und Fahrererkennung ausgestattet. Da die Geschwindigkeitsmessung und die Fotodokumentation des Poliscan Speed Blitzers nicht gleichzeitig erfolgen, d.h. die Fotoauslösung des Poliscan Speed Blitzers erfolgt nach der Messung, ist auf der Fotoaufnahme des Poliscan Speed stets ein sogenannter Auswertrahmen zu sehen.
    Bei der Geschwindigkeitsmessung mit dem Poliscan Speed Blitzers handelt es sich um ein standardisiertes Messverfahren. Das sogenannte standardisierte Messverfahren Beim Blitzer Poliscan Speed liegt nach der Definition des Bundesgerichtshofs dann vor, wenn ein durch Normen vereinheitlichtes technisches Verfahren zur Anwendung gelangt, bei dem die Bedingungen seiner Anwendbarkeit und sein Ablauf so festgelegt sind, dass unter gleichen Voraussetzungen gleiche Ergebnisse zu erwarten sind. Eine Messung nach der Bedienungsanleitung des Geräts bedeutet standardisiertes Messen.

    Mögliche Gründe für einen Messfehler des Poliscan Speed Blitzer sind:
    fehlende ordnungsgemäße Eichung des Poliscan Speed Blitzers
    Regeln der Bedienungsanleitung des Poliscan Speed nicht eingehalten
    fehlende Schulungen der Messbeamten zum Poliscan Speed
    verzögerte Kameraauslösung des Poliscan Speed Blitzer
    mehrere Fahrzeuge oder Fahrzeugteile im Auswerterahmen des Poliscan Speed
    die Vorderreifen des gemessenen Fahrzeugs befinden sich erkennbar oberhalb des vom Poliscan Speed erstellten Auswerterahmens
    das Kennzeichen und mindestens ein Vorderrad sich nicht innerhalb des Auswerterahmen des Poliscan Speed befinden
    Auswerterahmen des Poliscan Speed breiter als das Fahrzeug



    Leivtec XV3 Blitzer bei der Geschwindigkeitsmessung

    Das Geschwindigkeitsmessgerät Leivtec XV3 ist ebenfalls ein System zur Geschwindigkeitsüberwachung mittels Lasertechnologie und Infrarot des Unternehmens LEIVTEC. Der Leivtec XV3 Blitzer sendet infrarote Lichtimpulse aus, die am gemessenen Fahrzeug reflektiert werden und nach einer von der Entfernung abhängigen Zeit wieder am Sensor eintreffen. Anhand von Änderungen der Zeiten, die der Infraotimpuls bis zum Eintreffen beim Leivtec XV3 benötigt, kann die Geschwindigkeit des gemessenen Fahrzeugs bestimmt werden. Das Leivtec XV3 Geschwindigkeitsmessgerät misst in einem Bereich von 30 – 50m vor dem Messensor und das Leivtec XV3 ist mit einer hochauflösenden Digitalkamera zur Kennzeichen- und Fahrererkennung ausgestattet. Gemessen wird ausschließlich der auf den Gerätesensor zufahrende Verkehr.

    Mögliche Gründe für einen Messfehler des Leivtec XV3:
    fehlerhafte Zuordnung der Messwerte beim Blitzer Leivtec XV3
    falscher Messwinkel bei der Messung mit dem Leivtec XV3
    fehlende Eichscheine des Leivtec XV3
    fehlerhafte Justierung des Leivtec XV3
    fehlende Schulungen zum Leivtec XV3 des Mess- oder Auswertepersonals
    zusätzliche Fahrzeuge im Messbereich des Leivtec XV3
    Nichtbeachtung der Bedienungsanleitung des Leivtec XV3

    Einseitensensor ES 3.0 Blitzer bei der Geschwindigkeitsmessung

    Der Einseitensensor ES 3.0 Blitzer ist ein überwiegend mobil eingesetztes Gerät zur Geschwindigkeitsmessung mittels Lichtschranken (Laser) des Unternehmens eso GmbH.
    Der Einseitensensor ES 3.0 Blitzer kann den ankommenden und abfahrenden Verkehr gleichzeitig messen und ist in Kurven, Tunneln, an unübersichtlichen Messstellen und bei Tag und bei Nacht einsetzbar. Das Messprinzip beruht bei dem Einseitensensor ES 3.0 auf einer Weg-Zeitmessung. Den Kern des Einseitensensor Blitzers ES 3.0 bildet der Sensorkopf mit 5 optischen Helligkeitssensoren. Bei der Durchfahrt wird in jedem der 5 Sensoren des Einseitensensor ES 3.0 ein Helligkeitsprofil des gemessenen Fahrzeugs erfasst, digitalisiert und gespeichert. Der Einseitensensor ES 3.0 misst die Geschwindigkeit mit drei der fünf Sensoren. Die übrigen zwei Sensoren des Einseitensensor ES 3.0 dienen zur Messung des Seitenabstandes des Fahrzeuges zur Messanlage.
    Das Foto wird nicht unmittelbar bei Passieren des Sensorkopfes des Einseitensensor ES 3.0 ausgelöst, sondern erst, nachdem das gemessene Fahrzeug ca. 3 Meter in Fahrtrichtung zurückgelegt hat. Die Messlinie ist die Linie, an der das Fahrzeug vom Sensorkopf des Einseitensensor ES 3.0 erfasst wird. Die Fotolinie des Einseitensensor ES 3.0 ist die Linie, an der das Fahrzeug abgebildet wird.

    Mögliche Gründe für einen Messfehler des Einseitensensor ES 3.0 Blitzers:
    Einseitensensor ES 3.0 Blitzer ordnet die Messwerte fehlerhaft zu
    fehlerhafte Positionen der Fahrzeuge (zur Fotoposition/Fotolinie) zum Einseitensensor ES 3.0
    Einseitensensor ES 3.0 ist nicht korrekt geeicht
    fehlerhafter Aufbau des Einseitensensor ES 3.0
    fehlerhafter Abstand zwischen Sensorkopf und Fahrbahnrand des Einseitensensor ES 3.0
    Einseitensensor ES 3.0 misst die Fahrspuren fehlerhaft



    Traffiphot S (TPHS) Blitzer bei der Geschwindigkeitsmessung

    Bei dem Traffiphot S (TPHS) Blitzer handelt es sich um ein Geschwindigkeitsmessgerät, ein stationäres Gerät, welches die Geschwindigkeit nach dem Weg-Zeit-Prinzip über drei in die Fahrbahndecke eingelassene Piezosensoren misst. Die druckempfindlichen Kabel des Traffiphot S (TPHS) sind im rechten Winkel zur Fahrbahn und auf einer Messtrecke von 2m angeordnet. Sobald ein Fahrzeug die Kabel des Blitzers Traffiphot S (TPHS) überfährt, werden elektrische Impulse ausgelöst, sodass beim Durchfahren der Messtrecke drei Einzelmessungen des durch das Traffiphot S (TPHS) erfolgen. Die Ergebnisse der drei Messungen des Traffiphot S (TPHS) Blitzers werden an die Rechnereinheit weitergegeben, entsprechend ausgewertet und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berechnet. Das Traffiphot S (TPHS) kann mehrere Fahrstreifen überwachen und über einen intelligenten Piezovorverstärker anhand des Gewichts zwischen PKW und LKW unterscheiden.
    Sobald das Traffiphot S (TPHS) einen Geschwindigkeitsverstoß dokumentiert, fertigt das Traffiphot S (TPHS) mit einer digitalen Kamera (Smart Camera) ein hochauflösendes Foto an.

    Mögliche Gründe für einen Messfehler des Traffiphot S (TPHS):
    Falschauslösungen des Blitzers Traffiphot S (TPHS), z.B. durch Verschleiß der Piezosensoren, hohe Temperaturschwankungen, Beschädigung der Straßenoberfläche verspätete turnusmäßige Prüfung der Sensoren des Traffiphot S (TPHS) ungültige Eichung des Traffiphot S (TPHS) und des Sensorbereichs fehlende Kalibrierung des Traffiphot S (TPHS) Blitzers



    Traffistar S330 Blitzer bei der Geschwindigkeitsmessung

    Das Geschwindigkeitsmessgerät und Geschwindigkeitsüberwachungsgerät TraffiStar S 330 dient der stationären Messung der Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge auf einer Fahrspur. Hierbei wird die Geschwindigkeit durch das TraffiStar S 330 nach dem Verfahren der Weg- Zeit- Messung mit jeweils 3 in Fahrtrichtung hintereinander liegenden und in die Fahrbahndecke eingelassene Piezosensoren, die den Druck der Fahrzeugräder registrieren, bestimmt. Überschreitungen eines Geschwindigkeitsgrenzwertes (und somit der vorgeschriebenen zulässigen Höchstgeschwindigkeit) werden zusammen mit der Verkehrssituation, die von einer Digitalkamera (Smart Camera) mit Unterstützung eines Blitzes durch das TraffiStar S 330 aufgenommen wird, dokumentiert und in einer Computerdatei gespeichert.
    Die Fahrzeuge werden anhand des Drucks auf den Piezosensoren bei der Überfahrt automatisch als PKW oder LKW durch das TraffiStar S 330 Blitzers klassifiziert. Dies ermöglicht es, für diese Fahrzeugtypen automatisch zwei unterschiedliche Geschwindigkeitsgrenzwerte zur Auslösung eines Fotos zur Dokumentation einer Geschwindigkeitsüberschreitung zu verwenden. Das Traffistar S 330 kann mehrere Fahrspuren gleichzeitig überwachen.
    Im Gegensatz zu vielen anderen Systemen zur Geschwindigkeitsüberwachung erzeugt das Traffistar S 330 keinen sichtbaren „Blitz“ beim Blitzen. Das Blitzlicht des TraffiStar S 330 Blitzers arbeitet im Infrarotbereich und ist für das menschliche Auge nahezu unsichtbar, sodass viele Betroffene erst durch das Schreiben der Behörde von dem Geschwindigkeitsverstoß erfahren.
    .
    Mögliche Gründe für einen Messfehler des TraffiStar S 330:
    Falschauslösungen des TraffiStar S 330 z.B. durch Verschleiß der Piezosensoren, hohe Temperaturschwankungen, Beschädigung der Straßenoberfläche
    verspätete turnusmäßige Prüfung der Piezosensoren des TraffiStar S 330
    fehlende Eichung der Komponenten des TraffiStar S 330 (Messgerät, Sensorbereich, Digitalkamera)



    Traffistar S350 Blitzer bei der Geschwindigkeitsmessung

    Die Geschwindigkeitsmessanlage Traffistar S350 des Unternehmens Jenoptik Robot GmbH basiert auf einer Laserpuls- Laufzeitmessung mit digitaler Fotodokumentation. Die Funktionsweise ist sehr ähnlich dem Messgerät Poliscan Speed. Das Traffistar S350 sendet über einen scannenden Laser zahlreiche Laserlichtimpulse (LIDAR = Light Detection and Ranging) aus. Aus der Impulslaufzeit lässt sich die Entfernung der sich nähernden Objekte bestimmen und aus der Entfernungsveränderung errechnet sich dann die Geschwindigkeit des Fahrzeuges.
    Das Traffistar S350 gibt als mobile und stationäre Version.
    Das Traffistar S350 kann mehrere Fahrspuren überwachen, sodass im Zielkorridor befindlichen Fahrzeuge gleichzeitig erfasst und gemessen werden können. Die Geschwindigkeitsüberschreitung wird mithilfe von mindestens zwei hochauflösenden Digitalkameras durch das Traffistar S350 dokumentiert. Für Pkw und Lkw sind unterschiedliche Geschwindigkeitsgrenzwerte einstellbar. Das Traffistar S350 hat einen zulässigen Geschwindigkeitsmessbereich von 10 bis 300 km/h. Zwischen 10 und 250 km/h zeigt es den jeweiligen Messwert beim Traffistar S350 an. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 250 km/h bis 300 km/h wird beim Traffistar S350 nur angezeigt, dass das gemessene Fahrzeug schneller als 250 km/h gefahren ist.
    Das Gerät Traffistar S350 ist für Links- und Rechtsmessungen ausgelegt. Das Traffistar S350 kann im Bereich von Kurven genutzt werden, falls der Kurvenradius mindestens 100 m beträgt. Der Betriebstemperaturbereich des Traffistar S350 beträgt -20 bis +60 °C und wird intern durch das Traffistar S350 überwacht.

    Mögliche Gründe für einen Messfehler des TraffiStar S 350:
    fehlende ordnungsgemäße Eichung des TraffiStar S 350
    Regeln der Bedienungsanleitung des TraffiStar S 350 nicht eingehalten
    fehlende Schulungen der Messbeamten zum TraffiStar S 350
    verzögerte Kameraauslösung des TraffiStar S 350
    mehrere Fahrzeuge oder Fahrzeugteile im Auswerterahmen des TraffiStar S 350

    Verbot des Traffistar S350 im Saarland Rohmessdaten

    Geschwindigkeitsmessung mit Traffistar S 350 sind nach Ansicht des Saarländischen Verfassungsgerichtshof (Urteil vom 5.7.2019 – Lv 7/17) unverwertbar, da das Traffistar S 350 die sog. Rohmessdaten nicht speichert und die Messdaten im gerichtlichen Verfahren nicht nachprüfbar seien. Die Messung mit dem Traffistar S 350 seien als Beweismittel nicht verwertbar. Das Gericht zog drei Sachverständige hinzu und erklärte: "Das Grundrecht auf wirksame Verteidigung schließt auch in einem Bußgeldverfahren über eine Geschwindigkeitsüberschreitung ein, dass die Rohmessdaten der Geschwindigkeitsmessung zur nachträglichen Plausibilitätskontrolle zur Verfügung stehen.“ Ein standardisiertes Messverfahren mit einem zugelassenen Gerät (also auch dem Traffistar S 350) kann zwar nach wie vor nur angegriffen werden, wenn es konkrete Einwände gegen die Messung gibt. Trotzdem müssten auch bei einem standardisierten Messverfahren die Messwerte überprüfbar sein und gespeichert werden. Alles andere sei eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren, so der Saarländische Verfassungsgerichtshof. Das Urteil findet nur im Saarland Anwendung. Inwieweit sich auch die höheren Gerichte der anderen Bundesländer dem anschließen, bleibt abzuwarten.



    Traffistar S350 Geschwindigkeitsmessung

    Bei dem Riegl FG21-P handeltes sich um ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät. Das Riegl FG21-P kann sowohl frei oder abgestützt in der Hand der Messbeamten als sog. Laserpistole gehalten, auf einem Stativ am Fahrbahnrand aufgestellt oder z.B. auf dem Fahrzeugdach aufgelegt werden. Auch Messungen aus Fahrzeugen heraus, z. B. durch die Frontscheibe, sind mit dem Riegl FG21-P zulässig. Das Riegl FG21-P ist auf Grund des schnellen Auf- und Abbaus zur Geschwindigkeitsüberwachung flexibel einzusetzen. Zum Einsatz kommt das RIEGL FG21-P vor allem innerhalb geschlossener Ortschaften, auf Land– und Bundesstraßen. Das RIEGL FG21-P kann in beide Richtungen gemessen werden, das heißt, dass mit dem RIEGL FG21-P sowohl die Geschwindigkeit des ankommenden als auch des abfließenden Verkehrs überwacht werden kann.
    Zur Geschwindigkeitsmessung sendet das Riegl FG21-P zwei Laserimpulse hintereinander aus. Treffen diese auf ein bewegliches Objekt, kann die Geschwindigkeit des Objekts durch die Veränderung der Entfernung anhand der zurückgesendeten Impulse ermittelt werden. Das Anvisieren beim Riegl FG21-P erfolgt mit Hilfe der Zielmarke im Zielfernrohr. Bei PKW sollte durch das Riegl FG21-P das Kennzeichen, bei Frontmessungen von Motorrädern deren Scheinwerfer anvisiert werden. Bei Pkw und Bussen kann es bei der Messung durch das Riegl FG21-P auch der Aufbau sein. Bei Verwendung des Riegl FG21-P bei Dunkelheit ist bei PKW der Bereich zwischen den Scheinwerfern bzw. Rückleuchten anzuvisieren.
    Mit dem Riegl FG21-P können Geschwindigkeiten bis 250 km/h gemessen werden. Der Entfernungsbereich zwischen dem Riegl FG21-P und Messobjekt (PKW tec.) beträgt 30 - 1000 m. Die Dauer der Messung mit dem Riegl FG21-P beträgt maximal eine Sekunde. Das Riegl FG21-P darf bei Außentemperaturen von -10 bis +50 °C eingesetzt werden, was bei Messungen im Winter unter Umständen zu Messfehlern führen kann. Eingesetzt werden darf das Riegl FG21-P laut Gebrauchsanweisung nur durch besonders geschultes Personal.
    Zu Beginn jeder Messserie und nach jedem Standortwechsel sind durch den Messbeamten vier Tests mit dem Riegl FG21-P durchzuführen:

    Selbstständiger Selbsttest des Riegl FG21-P (Überprüfung von möglichen Gerätefehlern, Überprüfung der Temperatur etc.)

    Automatisch ablaufender Display-Test (Überprüfung, ob alle Segmente am Display des Riegl FG21-P und an der Messwertanzeige in der Visiereinrichtung aufleuchten etc.)

    Test der Visiereinrichtung beim Riegl FG21-P: Der Test beim Riegl FG21-P dient der Zuordnung des Messergebnisses zu dem gemessenen Fahrzeug. Hier wird z. B. ein Verkehrszeichen anvisiert (wichtig: Messabstand: 30–1000 m). Erforderlich ist darüber hinaus, dass das Riegl FG21-P bei Durchführung des Tests der Visiereinrichtung auf eine feste Unterlage stabil aufzulegen oder auf einem stabilen Stativ zu montieren ist.

    Der Nulltest beim Riegl FG21-P ist auf ein ruhendes Ziel durchzuführen (i.d.R ist dies ein Verkehrszeichen) und muss hier die Geschwindigkeit „-0“ oder „+0“ anzeigen. Beim Riegl FG21-P muss das Zeichen sich im zugelassenen Entfernungsbereich befinden, also im Bereich von 30-1000 m.

    Bei diesem Messverfahren des Riegl FG21-P handelt es sich um ein sog. standardisiertes Messverfahren. Unter einem solchen ist ein vereinheitlichtes (technisches) Verfahren zu verstehen, bei dem die Bedingungen seiner Anwendbarkeit und sein Ablauf so festgelegt sind, dass unter gleichen Voraussetzungen gleiche Ergebnisse zu erwarten sind. Der Riegl FG21-P ist demnach nur dann ein standardisiertes Messverfahren, wenn es standardmäßig bedient wird, also nur in geeichtem Zustand, seiner Bauartzulassung entsprechend und im Rahmen seiner vom Hersteller beigefügten Gebrauchsanweisung.
    Nach der Messung mit dem Riegl FG21-P werden die Fahrzeugführer in der Regel von einem weiteren Beamten angehalten und mit dem Vorwurf der Geschwindigkeitsüberschreitung konfrontiert. Ein Foto gibt es bei einer Messung mit dem Riegl FG21-P nicht, da der Fahrzeugführer vor Ort angehört und identifiziert wird.
    Sowohl bei der Installation des Gerätes als auch bei der Bedienung können Fehler gemacht werden. Mögliche Gründe für einen Messfehler des Riegl FG21-P:

    das Riegl FG21-P wurde nicht vorschriftsmäßig geeicht
    der Messvorgang des Riegl FG21-P wurde hinsichtlich Zeitpunktes der Messung, Messentfernung und Messwert nicht korrekt dokumentiert

    wurden vor der Messung mit dem Riegl FG21-P die notwendigen vier Tests ( Selbsttest, Displaytest, Test der Visiereinrichtung, Nulltest) durchgeführt

    fehlerhaftes Messprotokoll beim Riegl FG21-P

    Messfehler durch Knickstrahl- oder Doppelreflexionen beim Riegl FG21-P

    Unterlassene Eichung des Riegl FG21-P

    Einhaltung der zulässigen Messdistanz von 30 – 1000 Metern des Riegl FG21-P

    fehlende Justierung des Riegl FG21-P, insb. für Messungen in der Dunkelheit erforderlich, da es zu Fehlern bei der Anvisierung des Fahrzeugs kommen kann

    fehlerhafte Messungen mit dem Riegl FG21-P entstehen häufig bei Fahrzeugkolonnen und nicht ordnungsgemäß justiertem Visier.

    Messungen erfolgen dann oft durch die Front- oder Heckscheibe des Fahrzeugs, sodass die Geschwindigkeit des nachfolgenden Fahrzeugs gemessen wird.

    ab einer Messentfernung von 300m ist die Zuordnungssicherheit des Messergebnisses bei dem Riegl FG21-P nur dann gewährleistet, wenn sich über den gesamten Messzeitraum kein anderes Fahrzeug innerhalb des Zielerfassungsbereiches befunden hat.

    Bedienung des Riegl FG21-P entsprechend der Gebrauchsanweisung

    nicht ordnungsgemäße Dokumentation der Messung mit dem Riegl FG21-P, da kein Foto des gemessenen Fahrzeugs erstellt wird.

    Die Messbeamten müssen nach dem sog. Vier-Augen-Prinzip vorgehen und die gemessenen Daten im Messprotokoll dokumentieren.

    Fehlende Schulungen zum Riegl FG21-P der Messbeamten



Zone 30:



Sicherheitsabstand nach gefahrener Geschwindigkeit:



Bußgeldkatalog Kategorie:


aktuelle Geldbußen
zu schnelles Fahren

außerorts:




Bußgelder für das Überfahren einer Roten Ampel (weniger als 1 Sekunde):




aktuelle Geldbußen
zu schnelles Fahren

innerorts:

Hallo!