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Trotz Klimadebatte

Auto bleibt beliebtestes Verkehrsmittel

Umfrage zur Fahrzeug-Präferenz: Auto auf Platz 1
© Canetti/Shutterstock.com – Umfrage zeigt: Der Pkw dominiert weiterhin den Alltag.
Autor Burcu Bostan

Julia Obrazova

19. Juni 2023
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Eine Mobilitätsstudie im Auftrag der HUK-Coburg zeigt: Für eine deutliche Mehrheit in Deutschland ist und bleibt das Auto das bevorzugte Verkehrsmittel.

Besonders überraschend: Ausgerechnet die Jüngsten greifen wieder häufiger zum Pkw – trotz Debatten um Kosten, Klima und Verkehrswende.


    Das Wichtigste in Kürze:
  • Eine repräsentative Umfrage zeigt: Die Mehrheit sieht das Auto auch künftig als bestes Verkehrsmittel für den Alltag.
  • Besonders bei 16- bis 24-Jährigen gewinnt das Auto wieder an Beliebtheit und ist hier die bevorzugte Wahl.
  • Zu Fuß gehen und Radfahren bleiben wichtig, kommen aber nicht an die Bedeutung des Autos heran; Bus und Bahn liegen deutlich dahinter.
  • Die größte Sorge der Befragten sind steigende Mobilitätskosten; kontrovers diskutiert wird, ob der Fokus auf E-Antriebe oder auf Technologieoffenheit liegen sollte.
  • Die Studienauftraggeber signalisieren politisch: Alternativen wie Wasserstoff oder E-Fuels sollten stärker geprüft werden.


Die Studie im Detail

Die HUK-Coburg lässt seit 2021 jährlich die Mobilitätsvorlieben der Bevölkerung erheben. In der jüngsten Welle (Befragung im Februar 2022; Durchführung durch YouGov, mehrere tausend Teilnehmende) bestätigt sich ein stabiler Trend:

Rund sieben von zehn Befragten sehen das Auto auch in Zukunft als Verkehrsmittel, das ihre Wege am zuverlässigsten abdeckt – ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.

Besonders auffällig ist der Blick auf die Altersgruppe 16–24 Jahre: Hier steigt die Pkw-Präferenz deutlich. Gründe, die Teilnehmende nennen, sind Flexibilität, planbare Reisezeiten und der praktische Nutzen im Alltag – vom Wochenendeinkauf bis zum Pendeln, gerade außerhalb größerer Städte.

Andere Verkehrsmittel bleiben relevant, erreichen aber nicht die Pkw-Werte: Zu Fuß und Radfahren liegen im Mittelfeld; der klassische ÖPNV (Bahn, Bus, S-/Tram) folgt mit Abstand.
Auch die „Großwetterlage“ schwingt mit: Viele Befragte rechnen mit steigenden Kosten für Mobilität. Zugleich wird die politische Ausrichtung der Antriebswende diskutiert – ein Teil wünscht sich stärkere Technologieoffenheit neben der E-Mobilität. Die HUK-Coburg knüpft daran die Forderung, alternative Antriebe intensiver mitzudenken.

Ein Auto parkt vor einem Einfamilienhaus
Das Auto wird zunehmend beliebter, während Bus und Bahn an Attraktivität verlieren.


Mobilität, Recht und Kosten im Fokus

Rechtlich bewegt sich die Debatte in einem Spannungsfeld:
    StVO und Verkehrssicherheit:
    Unabhängig vom bevorzugten Verkehrsmittel gelten strenge Regeln zu Geschwindigkeit, Abstand, Parken und Co. – überwacht durch Polizei und kommunale Behörden. Mehr Pkw-Nutzung führt erfahrungsgemäß zu mehr Konfliktpotenzial mit Bußgeldtatbeständen.
    Förderlogik & Infrastruktur
    Förderprogramme, lokale Parkraumbewirtschaftung und Umweltzonen beeinflussen die Wahl des Verkehrsmittels mittelbar. Rechtliche Weichenstellungen (z. B. kommunale Satzungen, Landesvorgaben) können Anreize verschieben – aber sie ersetzen nicht das Bedürfnis nach verlässlicher Alltagsmobilität.
    Kosten & Verbraucherschutz
    Steigende Betriebskosten (Kraftstoff, Strom, Versicherung) und neue Gebührenmodelle (z. B. Bewohnerparken) berühren klassisches Verbraucherrecht (Transparenz, Vertragsbedingungen) ebenso wie Verkehrsrecht (z. B. Zulassung, Halterpflichten).

Blick nach vorn: Was bedeutet das?

Für Kommunen: Wenn der Pkw stark bleibt, steigt der Druck auf sichere und faire Flächennutzung: Parkraum-Management, Tempo-Regelungen, Rad- und Fußwege – alles muss zusammenpassen.

Für Politik und Branche: Technologieoffenheit vs. klare Pfade – die Akzeptanz entscheidet mit. Erfolgreiche Maßnahmen kombinieren praktikable Alternativen (verlässlicher ÖPNV, gute Taktung, sichere Radnetze) mit realistischen Kosten.

Vier Freunde in einem Auto
Das Auto steht vor allem bei den 16- bis 24-Jährigen hoch im Kurs.
Für Autofahrende: Mehr Verkehr, mehr Kontrollen – wer häufig fährt, hat ein höheres Risiko für Ordnungswidrigkeiten. Prävention (Regelkenntnis, defensive Fahrweise) wird wichtiger, um Punkte, Bußgelder und Fahrverbote zu vermeiden.

Für junge Menschen: Die hohe Pkw-Präferenz trifft auf steigende Preise. Carsharing, Mitfahrgelegenheiten oder Jobtickets können Kosten dämpfen – rechtlich gilt aber immer: Der Fahrer bleibt verantwortlich.





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Quellen:

1 Studie der VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co. KG, Januar 2013 (zuletzt abgerufen am 15.10.2025)


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