Außerorts geblitzt in der Zone 100? Das passiert schnell: eine freie Landstraße, wenig Verkehr, kurz nicht auf den Tacho geschaut und schon liegt ein Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid im Briefkasten.
In einer Zone 100 geht es nicht nur um die reine Geldbuße. Je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung können auch Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot und Folgen für die Probezeit drohen. Wichtig ist deshalb, den gemessenen Wert, den Toleranzabzug und die Angaben im Bescheid genau einzuordnen.
Zone 100:
Das Wichtigste in Kürze
- In der Zone 100 sind nach Toleranzabzug genau die km/h entscheidend, die über dem erlaubten Limit liegen.
- Schon geringe Verstöße können ein Bußgeld auslösen; ab höheren Überschreitungen kommen Punkte und Fahrverbot hinzu.
- Bei Fahranfängern kann eine Überschreitung ab 21 km/h als A-Verstoß gewertet werden.
- Ein Einspruch kann sinnvoll sein, wenn Zweifel an Messung, Beschilderung, Fahrerfoto, Toleranzabzug oder Zustellung bestehen.
In der Zone 100 geblitzt?
1Laut einer Studie sind 56 % der Bußgeldbescheide fehlerhaft.
Bußgeldtabelle: Zu schnell in der Zone 100
Die Tabelle zeigt die Folgen für Pkw, wenn Sie außerorts in einer Zone 100 zu schnell fahren. Entscheidend ist die vorwerfbare Geschwindigkeitsüberschreitung nach Toleranzabzug.
Gültiger Bußgeldkatalog 2026 außerhalb geschlossener Ortschaft, Stand 31.07.2026
| zu schnell in kmh | Punkte in Flensburg | Bußgeld | Fahr- verbot | Einspruch einlegen? |
|---|---|---|---|---|
| bis 10 | 20,00 EUR | eher nicht | ||
| 11 - 15 | 40,00 EUR | eher nicht | ||
| 16 - 20 | 1 Punkt** | 60,00 EUR | gratis prüfen | |
| 21 - 25 | 1 Punkt | 100,00 EUR | gratis prüfen | |
| 26 - 30 | 1 Punkt | 150,00 EUR | 1 Monat* | gratis prüfen |
| 31 - 40 | 1 Punkt | 200,00 EUR | 1 Monat* | gratis prüfen |
| 41 - 50 | 2 Punkte | 320,00 EUR | 1 Monat | gratis prüfen |
| 51 - 60 | 2 Punkte | 480,00 EUR | 1 Monat | gratis prüfen |
| 61 - 70 | 2 Punkte | 600,00 EUR | 2 Monate | gratis prüfen |
| über 70 | 2 Punkte | 700,00 EUR | 3 Monate | gratis prüfen |
Wie wird ein Tempoverstoß in der Zone 100 eingeordnet?
Für die Sanktion zählt nicht automatisch der Wert, den der Tacho angezeigt hat. Maßgeblich ist der vorwerfbare Wert nach Messung und Toleranzabzug. Wird beispielsweise eine Geschwindigkeit von 71 km/h in der Zone 100 festgestellt, kommt es darauf an, welcher Messwert nach Abzug der Toleranz im Bescheid steht.
Außerorts wirken höhere Geschwindigkeiten oft weniger auffällig als innerorts. Trotzdem können schon wenige km/h zu viel relevant sein, weil Bremsweg, Reaktionsweg und Unfallfolgen mit steigender Geschwindigkeit deutlich zunehmen. Deshalb sollten Betroffene nicht nur auf den Betrag schauen, sondern auch prüfen, ob der Tatort, die Fahrtrichtung, das Messgerät und die Fahrerzuordnung nachvollziehbar angegeben sind.
- Prüfen Sie die Angaben im Bescheid und vergleichen Sie Messort, Datum, Uhrzeit, Kennzeichen und vorgeworfene Geschwindigkeit.
- Achten Sie darauf, ob im Schreiben der Toleranzabzug erkennbar berücksichtigt wurde.
- Reagieren Sie nicht vorschnell mit einer Zahlung, wenn Punkte, Fahrverbot oder Probezeitfolgen möglich sind.
Toleranz beim Blitzer in der Zone 100
Bei Geschwindigkeitsmessungen wird eine Toleranz abgezogen, um mögliche Messungenauigkeiten auszugleichen. Üblich sind bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h regelmäßig 3 km/h. Erst der danach verbleibende Wert ist für die Einordnung im Bußgeldkatalog entscheidend.
Gerade in der Zone 100 kann dieser Unterschied wichtig sein. Ob jemand 20 km/h oder 21 km/h zu schnell war, kann über zusätzliche Folgen entscheiden, etwa über Punkte oder über die Bewertung als A-Verstoß in der Probezeit.
- Sie werden in der Zone 100 mit 74 km/h gemessen.
- Nach einem Toleranzabzug von 3 km/h bleibt eine verwertbare Geschwindigkeit von 71 km/h.
- Damit liegt der Vorwurf bei 21 km/h zu schnell. Das kann bereits Punkte und Probezeitfolgen auslösen.
Wann lohnt sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Ein Einspruch kommt vor allem dann in Betracht, wenn die Messung fehlerhaft sein könnte, die Beschilderung nicht eindeutig war, der Fahrer nicht sicher feststeht oder die Zustellung des Bescheids problematisch ist. Gerade bei Punkten oder Fahrverbot sollte der Bescheid nicht nur nach der Höhe des Bußgelds bewertet werden.
Ein Einspruch ist kein Automatismus, kann aber sinnvoll sein, wenn konkrete Zweifel bestehen. Häufig geht es um technische Fehler des Messgeräts, formelle Mängel im Bescheid oder um die Frage, ob die betroffene Person tatsächlich als Fahrer identifiziert werden kann.
Technische Fehler
- unklares oder schlechtes Blitzerfoto
- fehlende Eichung
- falsche Bedienung des Messgeräts
Formelle Mängel
- fehlerhafte Angaben im Bescheid
- verspätete Zustellung
- unklare Tatortbeschreibung
Rechtliche Fragen
- Fahrer nicht eindeutig erkennbar
- Beschilderung zweifelhaft
- Folgen unverhältnismäßig
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Bußgeldkatalog Kategorie:
Zone 100 und Probezeit
Für Fahranfänger ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung besonders relevant. Ab 21 km/h zu schnell kann ein A-Verstoß vorliegen. Dann drohen neben Bußgeld und Punkten auch eine Verlängerung der Probezeit und die Anordnung eines Aufbauseminars.
Häufig gestellte Fragen zu Zone 100
Je nach Höhe der Überschreitung drohen Bußgeld, Punkte in Flensburg und unter Umständen ein Fahrverbot.
Entscheidend ist regelmäßig der gemessene Wert nach Toleranzabzug. Daraus ergibt sich die vorwerfbare Überschreitung.
Ja, ein Einspruch kann sinnvoll sein, wenn Messung, Beschilderung, Fahrerzuordnung, Fristen oder Rechtsfolgen nicht nachvollziehbar sind.
Quellen
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 3 Geschwindigkeit, Gesetze im Internet
- Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), Anlage mit Tatbeständen zu Geschwindigkeitsverstößen, Gesetze im Internet
- VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co. KG, Statistische Auswertung 2013, zur Studie