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Blitzer & Radarfallen: Welche Geräte im Einsatz sind und wie Sie sich wehren können

Blitzer & Radarfallen bei Geschwindigkeitsmessungen

Blitzer lauern überall – doch wie zuverlässig sind sie wirklich?

Veröffentlicht am 10.09.2018 | geändert am 12.06.2025 | von Burcu Bostan | Lesezeit: 8 min

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Infografik zur VUT-Studie Messungen Blitzer
Quelle: VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co. KG, Januar 2013 | zur Studie
Blitzer & Radarfallen begegnen Autofahrern täglich – ob in 30 Zonen, auf Landesstraßen oder der Autobahn. Wer geblitzt wurde, stellt sich die Frage: Welche Strafe droht jetzt, und kann die Messung angezweifelt oder sogar angefochten werden? Wir erklären Ihnen, was hinter den verschiedenen Messmethoden steckt, wie hoch die Bußgelder ausfallen können und wann ein Blitzerfoto tatsächlich angezweifelt werden kann.



Blitzer & Radarfallen: das Wichtigste in Kürze

  • Blitzer erfassen vor allem Geschwindigkeitsverstöße, kommen aber auch für Abstands- oder Rotlichtverstöße zum Einsatz.
  • Es gibt stationäre und mobile Blitzer – mit unterschiedlichen Messmethoden wie Radar, Laser, Induktionsschleifen oder Lichtschranken.
  • Die Bußgeldhöhe richtet sich nach der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung und dem Ort des Verstoßes (innerorts/außerorts).
  • Blitzerfotos sind nur bei klarer Fahrererkennung verwertbar – Fehler oder technische Mängel machen den Bescheid angreifbar.
  • Blitzer-Warnapps, Radarwarner und Geräte wie Ooono sind für Fahrer während der Fahrt verboten.
Inhaltsverzechnis:
  1. Welchen Zweck haben Messgeräte?
  2. Wie funktioniert eine Radarfalle?
  3. Wissenswertes rund um Blitzer in Deutschland
  4. Stationäre Blitzer im Überblick
  5. Mobile Blitzer-Typen
  6. Mit welchen Strafen ist bei Radarkontrollen zu rechnen?
  7. Worauf kommt es bei den Geräten an?
  8. Helfen Blitzer dabei, Autofahrer zu mäßigen?
  9. Blitzer-Marathon – Abzocke oder cleverer Schachzug?
  10. Welche Blitzer-Warner sind für Autofahrer legal?
  11. Welche Städte profitieren am meisten?
  12. Blitzer in Städten – Was bedeutet Wirtschaftlichkeit genau?
  13. Lohnt sich nach dem Blitzer ein Einspruch?
  14. Fazit



Die wichtigsten Fragen zu Blitzern & Radarfallen

Ist ein Radar ein Blitzer?
Nicht ganz – aber eng verwandt. Ein Radar ist eine Messtechnologie, die zur Geschwindigkeitsmessung eingesetzt wird. Ein sogenannter Radar-Blitzer nutzt genau dieses Verfahren: Er sendet elektromagnetische Wellen aus, misst deren Reflektion am Fahrzeug und errechnet so die Geschwindigkeit. Wenn das Tempolimit überschritten wird, löst der Blitzer aus und macht ein Beweisfoto. Kurz gesagt: Radar ist die Technik, Blitzer ist das komplette Messgerät inklusive Kamera.

Wie funktioniert die Radarfalle?
Eine Radarfalle funktioniert über das Prinzip der Dopplerverschiebung. Sie sendet Radarwellen aus, die vom Fahrzeug reflektiert werden. Aus der Frequenzänderung der zurückkehrenden Wellen kann das Gerät die Geschwindigkeit berechnen. Wird dabei ein Tempoverstoß festgestellt, löst die Kamera aus – meist verbunden mit einem sichtbaren Blitz. Das Foto landet später als Beweismittel im Bußgeldbescheid. Moderne Geräte arbeiten zum Teil auch mit Infrarot oder digitalen Auslösungen ohne sichtbaren Blitz.

Sind Blitzerwarner legal?
Nein – zumindest nicht während der Fahrt. Laut § 23 Abs. 1c StVO ist es verboten, betriebsbereite Blitzerwarner im Fahrzeug zu verwenden. Dazu zählen Apps, Radarwarner oder Navigationsgeräte mit aktiver Blitzerwarnung. Wer erwischt wird, riskiert eine Geldbuße von 75 Euro und einen Punkt in Flensburg. Selbst wenn nur der Beifahrer die Warnapp nutzt, kann das als Ordnungswidrigkeit gewertet werden

Anwaltlicher Erfahrungsbericht:

Profile
Kay Stolle
Anwalt für Verkehrsrecht
In den letzten Jahren habe ich unzählige Blitzer-Briefe geprüft – und in über der Hälfte der Fälle konnten wir tatsächlich etwas dagegen unternehmen. Oft liegt der Fehler im Detail: mangelhafte Messprotokolle, falsch positionierte Blitzer oder formale Fehler im Bescheid. Genau deshalb biete ich eine kostenlose Ersteinschätzung an – inklusive Blitzer-Check. Viele Mandanten waren überrascht, wie häufig sich ein Einspruch lohnt. - Kay Stolle, Fachanwalt mit über 20 Jahren Erfahrung

Blitzer und Radarfallen: Welchen Zweck haben Messgeräte?

Blitzer & Radarfallen dienen der Überwachung von Verkehrsverstößen – insbesondere von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu verbessern. Denn wer zu schnell fährt, gefährdet andere Verkehrsteilnehmer – besonders an Unfallschwerpunkten, Schulen oder Baustellen.

Messgeräte helfen dabei, die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit effektiv zu kontrollieren. Sie erfassen die gefahrene Geschwindigkeit und tragen so zur Durchsetzung der Tempolimits bei – innerorts wie außerorts, bei Pkw, Lkw und Motorrädern. Dabei kommen Systemen gehören Poliscan Speed Blitzer, Leivtec XV3 Blitzer, Traffiphot S (TPHS) Blitzer, Traffistar S330 Blitzer, Traffistar S350 Blitzer, Riegl FG21-P Blitzer.

Neben der Geschwindigkeitsüberwachung kommen Radarfallen auch bei der Ahndung anderer Ordnungswidrigkeiten zum Einsatz – etwa bei Rotlichtverstößen oder Abstandsverstößen. Blitzer erzeugen in der Regel ein Beweisfoto, das als Grundlage für weitere Schritte im Bußgeldverfahren dient.

Blitzer in Deutschland: Wie funktioniert eine Radarfalle?

Blitzer arbeiten mit unterschiedlichen technischen Verfahren, um Geschwindigkeitsüberschreitungen exakt zu messen. Die häufigsten Messmethoden sind Laser, Induktionsschleifen, Lichtschranken und Piezosensoren. Allen gemeinsam ist: Sie sollen zuverlässig feststellen, ob ein Fahrzeug schneller fährt, als erlaubt – und diese Übertretung beweissicher dokumentieren.

Bei Radarfallen wird die Geschwindigkeit anhand der Veränderung von Funkwellen gemessen, die auf das Fahrzeug treffen und reflektiert werden. Wird eine Überschreitung festgestellt, löst das Gerät aus – häufig mit einem sichtbaren Blitz. Dieser dient der Beweissicherung durch ein Foto, auf dem in der Regel das Kennzeichen und der Fahrer zu erkennen sind.

Gut zu wissen: Blitzt eine Radarfalle bei jedem Auslösen?

Moderne Messsysteme arbeiten oft mit Infrarot-Technik und kommen ganz ohne sichtbaren Blitz aus. Das bedeutet: Auch wenn Sie beim Vorbeifahren kein Aufleuchten bemerken, kann dennoch ein Foto gemacht worden sein. Der Bußgeldbescheid, der über den Verstoß informiert, sowie weitere Behördenschreiben treffen oft erst Wochen oder sogar Monate nach dem Vorfall ein.

Nutzererfahrung aus Google Bewertungen:

Ich fuhr auf der Autobahn an einem Blitzer vorbei und hatte die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten – kein Blitzlicht, nichts Auffälliges. Wochenlang kam nichts, also dachte ich, vielleicht ist doch nichts passiert. Dann, nach über drei Monaten, lag plötzlich ein Bußgeldbescheid im Briefkasten. Zum Glück bin ich auf die kostenlose Erstberatung gestoßen. Es stellte sich heraus, dass die Tat schon verjährt war.
Niko
- 37 Jahre

Blitzer nach Bundesland

Blitzer und Radarfallen sind in Deutschland nicht einheitlich geregelt – jedes Bundesland geht unterschiedlich mit Geschwindigkeitskontrollen um. Während einige Länder wie Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg besonders viele stationäre und mobile Blitzer einsetzen, verfolgen andere eine zurückhaltende Strategie. Die Unterschiede zeigen sich nicht nur in der Anzahl der Blitzer, sondern auch in der Art der eingesetzten Messgeräte und in der Intensität der Kontrolle.

In Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln gibt es viele feste Radarfallen an bekannten Gefahrenstellen. Ländliche Regionen setzen dagegen häufig auf mobile Messungen, zum Beispiel mit Laserpistolen oder mobilen Radarwagen. Auch die Zusammenarbeit mit privaten Dienstleistern ist in einigen Bundesländern üblich, in anderen jedoch umstritten.

Für Autofahrer bedeutet das: Je nach Bundesland kann die Wahrscheinlichkeit, geblitzt zu werden, stark schwanken. Wer regelmäßig in verschiedenen Regionen unterwegs ist, sollte sich darauf einstellen, dass nicht überall die gleichen Kontrollintensitäten gelten. Besonders bei Pendelfahrten oder Urlaubsreisen lohnt es sich, sich vorab über regionale Schwerpunkte bei Geschwindigkeitskontrollen zu informieren.

Geblitzt – Wissenswertes rund um Blitzer in Deutschland

Wer in Deutschland geblitzt wird, hat es mit ganz unterschiedlichen Blitzer-Typen zu tun. Nicht alle Geräte funktionieren gleich – einige arbeiten mit Licht, andere mit Radar oder Videotechnik. Jeder Blitzer-Typ bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich, sowohl in Bezug auf die Messgenauigkeit als auch auf mögliche Fehlerquellen. Im Folgenden stellen wir die gängigsten Blitzer-Typen vor und zeigen, worauf es bei der jeweiligen Messmethode ankommt.

Blitzer mit Laser

Laser-Blitzer sind mobil und besonders flexibel einsetzbar. Sie messen den Abstand und die Geschwindigkeit über einen präzisen Lichtimpuls (LIDAR). Die Polizei positioniert diese Geräte häufig an gefährlichen Stellen, etwa vor Schulen oder Baustellen. Lasergeräte liefern zwar exakte Daten, sind jedoch auch anfällig für Fehlmessungen durch Reflektionen oder falsche Zielerfassung. Ein häufiger Fehler: Der Laser trifft nicht das richtige Fahrzeug.

Lichtschrankenmessung und Helligkeitssensoren

Bei der Lichtschrankenmessung wird die Geschwindigkeit zwischen zwei fest installierten Punkten gemessen, indem das Fahrzeug mehrere Infrarot-Schranken durchfährt. Die Zeit zwischen den Durchfahrten ergibt die Geschwindigkeit. Diese Methode ist recht genau, aber aufwendig im Aufbau. Eine Sonderform sind Helligkeitssensoren, die ähnlich wie Lichtschranken funktionieren, aber auf Lichtveränderungen reagieren. Auch hier kann es zu Messfehlern bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder bei parallelem Verkehr kommen.

Police-Pilot-System als Polizei-Blitze

Das Police-Pilot-System (ProViDa) kommt direkt im Streifenwagen der Polizei zum Einsatz. Es handelt sich um ein mobiles System, das Videoaufnahmen vom vorausfahrenden Fahrzeug anfertigt. Gleichzeitig wird die Geschwindigkeit über die Wegstrecke des Polizeiwagens ermittelt. Diese Methode wird oft bei Abstandsverstößen oder gefährlichem Fahrverhalten genutzt. Fehlerquellen können falsches Abstandhalten des Polizeifahrzeugs oder technische Ungenauigkeiten im System sein – auch hier ist eine anwaltliche Prüfung sinnvoll.

Stationäre Blitzer – feste Blitzer im Überblick

Stationäre Blitzer gehören zum festen Straßenbild in vielen Städten und auf Landesstraßen. Diese fest installierten Messgeräte überwachen permanent bestimmte Streckenabschnitte – meist dort, wo es häufig zu Unfällen kommt oder besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten. Zwei der gängigsten Technologien bei stationären Blitzern sind Induktionsschleifen und Piezosensoren.

Induktionsschleifen

Induktionsschleifen sind Drähte, die direkt in die Straße eingelassen sind. Sie erzeugen ein Magnetfeld, das durch das Überfahren eines Fahrzeugs verändert wird. Von dem Zeitpunkt der Durchfahrt mehrerer Schleifen lässt sich die Geschwindigkeit genau berechnen. Diese Technik ist zuverlässig – allerdings nur, wenn die Schleifen korrekt kalibriert und gewartet sind. Fehlerhafte Auslösung oder mangelhafte Wartung können zu falschen Messwerten führen, was ein Ansatzpunkt für einen Einspruch ist.

Piezosensoren

Piezosensoren funktionieren ähnlich wie Induktionsschleifen, sind jedoch empfindlicher gegenüber dem Gewichtsdruck und der Verformung der Straße. Diese Sensoren wandeln mechanische Energie (etwa das Überfahren eines Fahrzeugs) in elektrische Signale um. Auch hier wird über den Abstand und die Zeit die Geschwindigkeit ermittelt. Piezosensoren gelten als besonders präzise, sind aber ebenso störanfällig – etwa durch Temperaturschwankungen oder beschädigten Fahrbahnbelag.

Gut zu wissen: Ampelblitzer nutzen Induktionsschleifen oder Piezosensoren

Ampelblitzer erfassen Rotlichtverstöße. Die Erkennung erfolgt meist über Induktionsschleifen oder Piezosensoren, die in die Fahrbahn eingelassen sind. Sobald ein Fahrzeug bei roter Ampel die Haltelinie überquert, löst der Blitzer aus.

Mobile Blitzer Typen

Mobile Blitzer gehören zu den am häufigsten eingesetzten Messgeräten in Deutschland. Anders als stationäre Anlagen können sie flexibel an wechselnden Orten aufgestellt werden – und das macht sie für viele Verkehrsteilnehmer besonders tückisch. Sie tauchen überraschend auf und bieten kaum Vorwarnzeit.

Typische mobile Blitzer arbeiten mit Laser, Radar oder Lichtschranken. Sie sind in Pkw eingebaut, auf Stativen montiert oder in getarnten Anhängern (sogenannte „Enforcement Trailer“) untergebracht. Auch Messungen aus dem fahrenden Streifenwagen mit dem Police-Pilot-System sind möglich.

Bußgeld Blitzer: Mit welchen Strafen ist bei Radarkontrollen zu rechnen?

Bußgeld nach Blitzer-Treffer? Keine Seltenheit – Blitzer erfassen täglich zahlreiche Geschwindigkeitsverstöße. Doch wie hoch die Geldbuße ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Maßgeblich ist vor allem, wie stark die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde und wo der Verstoß passiert ist. Der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit unterscheidet klar zwischen Verstößen innerorts und außerorts.

Blitzer außerorts: Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts im Überblick

Blitzer außerorts erfassen Tempoverstöße außerhalb geschlossener Ortschaften – also auf Landesstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen. Welche Strafen dabei laut Bußgeldkatalog 2025 drohen, zeigt die folgende Tabelle.

Gültiger Bußgeldkatalog 2025 außerhalb geschlossener Ortschaft, Stand 29.08.2025

Blitzer innerorts: Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts

Blitzer innerorts kommen vor allem in Wohngebieten, an Schulen oder Kreuzungen zum Einsatz. Die Strafen bei einem Tempoverstoß innerhalb geschlossener Ortschaften sind besonders hoch – hier finden Sie die Sanktionen auf einen Blick.

Gültiger Bußgeldkatalog 2025 innerhalb geschlossener Ortschaft, Stand 29.08.2025


Blitzer Kosten: Punkte und Fahrverbot im Detail

Die Blitzer Kosten richten sich nach der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung und dem Ort des Verstoßes – also innerorts oder außerorts. Neben einer Geldbuße drohen ab bestimmten Schwellen auch Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem bis drei Monaten.
Ein kurzer Überblick:
  • Ab 21 km/h zu schnell: 1 Punkt
  • Ab 26 km/h zu schnell innerorts: 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot bei Wiederholung innerhalb von 12 Monaten
  • Ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts: 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
  • Ab 51 km/h innerorts oder 61 km/h außerorts: 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot
  • Ab 61 km/h innerorts oder 71 km/h außerorts: 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Bußgeldrechner 2025: Ermitteln Sie jetzt Ihre Strafe

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Unser Expertentipp

Bei drohendem Fahrverbot lohnt sich oft die Prüfung durch einen Anwalt – vor allem bei unklarer Beweislage oder wenn berufliche Gründe gegen ein Fahrverbot sprechen. In bestimmten Fällen ist es möglich, das Fahrverbot in eine höhere Geldbuße umzuwandeln.

Toleranzabzug beim Blitzer

Beim Blitzer wird nicht jeder km/h zu viel direkt bestraft – es gibt eine gewisse Toleranz, die von der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen wird. So soll sichergestellt werden, dass kleine Messungenauigkeiten keine ungerechtfertigte Sanktion nach sich ziehen.
  • bis 100 km/h: 3 km/h
  • über 100 km/h: 3 % der gemessenen Geschwindigkeit
Der Abzug der Toleranz wird automatisch berücksichtigt, bevor der Bußgeldbescheid erstellt wird. Dennoch: Fehlerhafte Geräte oder unzulässige Messbedingungen können den ganzen Vorgang angreifbar machen – das ist oft ein guter Ansatzpunkt für einen Einspruch.

Bei der Radarkontrolle geblitzt: Worauf kommt es bei den Geräten an?

Wer bei der Radarkontrolle geblitzt wurde, sollte genau prüfen (lassen), ob das Messgerät richtig eingesetzt wurde und alle rechtlichen Vorgaben eingehalten wurden. Denn nicht jeder Blitzer misst korrekt – und nicht jede Messung ist verwertbar. Bei einer Radarkontrolle entscheidet nicht nur die gefahrene Geschwindigkeit über mögliche Konsequenzen, sondern auch die technischen Rahmenbedingungen des eingesetzten Geräts. Fehlerquellen gibt es viele: falscher Aufstellwinkel, unsachgemäße Bedienung, fehlende Eichung – all das kann die Messergebnisse beeinflussen.

Abstand zum Blitzer: Unter welchen Bedingungen wird geblitzt?

Der Abstand zwischen dem Blitzer und dem gemessenen Fahrzeug spielt eine zentrale Rolle für die Gültigkeit der Messung. Je nach Gerätetyp muss der Blitzer in einem bestimmten Winkel und Abstand aufgestellt sein, um die Geschwindigkeit korrekt zu erfassen. Typische Vorgaben:
  • Stationäre Blitzer: Fester Einbau, Abstand meist unkritisch – aber Kalibrierung und Ausrichtung müssen stimmen.
  • Mobile Blitzer (Laser, Radar): Müssen exakt ausgerichtet sein und einen Mindestabstand zur Straße einhalten.
  • Section Control (Streckenmessung): Misst über längere Distanz in Form einer Abschnittskontrolle – Beginn und Ende müssen klar markiert sein.
Falsche Abstände oder Aufstellorte können die Messung angreifbar machen. Eine Überprüfung durch einen Fachanwalt lohnt sich besonders bei mobilen Geräten oder bei ungewöhnlichen Messstellen (z. B. kurz hinter einem Schildwechsel).

Blitzer von hinten – Wann sind Blitzer-Fotos ungültig?

Einige mobile Blitzer lösen zusätzlich von hinten aus – also wenn das Fahrzeug bereits am Gerät vorbeigefahren ist. Das ist grundsätzlich zulässig, sofern das Messgerät dafür vorgesehen ist. Problematisch wird es aber, wenn:
  • das Fahrerfoto nicht eindeutig ist (z. B. durch Spiegelungen, Dunkelheit oder schlechte Bildqualität),
  • die Zulassung des Geräts keine Heckaufnahme erlaubt,
  • die Messprotokolle lückenhaft sind.

In solchen Fällen kann das Blitzerfoto nicht als Beweismittel verwertet werden. Besonders bei Firmenwagen. Fahrzeugen mit mehreren Nutzern oder Motorradfahrern kann es schwierig sein, den Fahrer zweifelsfrei zu ermitteln – das eröffnet Spielraum für einen Einspruch.

Gibt es Blitzer-Attrappen?

Ja – sogenannte Blitzer-Attrappen, Dummys oder Fake-Blitzer sind keine Seltenheit. Sie sehen echten Blitzern ähnlich, enthalten aber keine Mess- oder Kameraeinheit. Privatpersonen dürfen sie einsetzen, um Autofahrer zu bremsen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:
  • Die Attrappe muss sich auf dem Privatgrundstück befinden.
  • Die Attrappe darf den Straßenverkehr nicht beeinträchtigen oder gefährden.
  • Die Attrappe darf nicht so gestaltet sein, dass sie wie ein echtes Messgerät funktioniert oder den Anschein einer behördlichen Maßnahme erweckt. Andernfalls drohen strafrechtliche Konsequenzen (§ 315b StGB).

Helfen Blitzer dabei, Autofahrer zu mäßigen?

Blitzer & Radarfallen sollen in erster Linie nicht bestrafen, sondern vorbeugend wirken – so jedenfalls die Argumentation aus Expertensicht. Ziel ist es, Autofahrer zur Einhaltung der Tempolimits zu bewegen und dadurch Verkehrsunfälle zu vermeiden.
Eine umfassende Studie der Hertie School in Berlin und der Karlsuniversität in Prag belegt die präventive Wirkung von Blitzern:Fahrzeugführer, die wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt und mit einem Bußgeld belegt wurden, ändern ihr Verhalten nachhaltig. In rund vier von fünf Fahrten halten sie sich anschließend an das Tempolimit – nicht nur an der Stelle, an der sie geblitzt wurden, sondern auch an anderen Orten. Dieser Lerneffekt kann laut Studie bis zu zwei Jahre anhalten.

Der Blitzer-Marathon – Abzocke oder cleverer Schachzug?

Der Blitzer-Marathon ist eine bundesweit koordinierte Aktion, bei der Polizei und Ordnungsämter an einem oder mehreren Tagen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführen – in der Regel angekündigt. Ziel laut Behörden: die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit. Doch viele Autofahrer stellen sich die Frage: Ist das noch Verkehrssicherheit – oder schon reine Abzocke?

Kritiker bemängeln, dass beim Blitzer-Marathon bevorzugt an gut einsehbaren, wenig unfallträchtigen Stellen kontrolliert wird – also dort, wo sich mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Verstöße und damit Bußgelder generieren lassen. Der Vorwurf: Einnahmeoptimierung statt Unfallprävention.

Befürworter argumentieren hingegen, dass die hohe mediale Aufmerksamkeit und die dichte Kontrolle bei vielen Fahrern tatsächlich einen nachhaltigen Abschreckungseffekt erzeugt.
Eine groß angelegte Studie der Universität Passau hat die Wirkung von Blitzermarathons untersucht. Anhand von Daten zu 1,5 Millionen Unfällen zeigt sich: Während des Blitzermarathons und bereits im Vorfeld sinken die Unfallzahlen deutlich – um bis zu 7,5 Prozent während der Aktion und 4,5 Prozent davor. Allerdings ist der Effekt nur kurzfristig: Schon am Tag nach dem Marathon steigen Geschwindigkeit und Unfallzahlen wieder an. Eine nachhaltige Verhaltensänderung konnte die Studie nicht feststellen.

Blitzer-Warner – Welche Geräte und Dienste sind für Autofahrer legal?

Blitzer-Warner erfreuen sich großer Beliebtheit – viele Autofahrer möchten wissen, wo Radarfallen stehen. Doch Vorsicht: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch erlaubt. Die rechtliche Lage in Deutschland ist eindeutig – und Verstöße können teuer werden. Im Folgenden stellen wir die drei gängigsten Warnsysteme vor und erklären, was bei der Nutzung erlaubt ist und was nicht.

Die Blitzer-Warnapp

Blitzer-Warnapps greifen auf Datenbanken mit Standorten stationären und mobilen Blitzern zurück. Diese werden häufig durch die Community aktualisiert. Auch wenn viele Autofahrer solche Apps nutzen, ist ihre Verwendung als Fahrer während der Fahrt verboten (§ 23 Abs. 1c StVO). Wird bei einer Verkehrskontrolle festgestellt, dass eine Blitzer-App aktiv war, drohen ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Gut zu wissen: Blitzer-Warnapp auch für Beifahrer nicht erlaubt

Auch wenn theoretisch nur der Beifahrer die App nutzt, kann die Polizei bei einer Kontrolle unterstellen, dass der Fahrer gewarnt wurde. Das ergibt sich aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe (AZ. 2 ORbs 35 Ss 9/23)

Radarwarner

Klassische Radarwarner, die aktiv Radar- oder Lasersignale erkennen, sind in Deutschland verboten. Schon das betriebsbereite Mitführen solcher Geräte im Fahrzeug – unabhängig davon, ob sie eingeschaltet sind oder nicht – verstößt gegen § 23 Abs. 1c StVO. Auch hier drohen ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt. In der Praxis werden Radarwarngeräte zudem häufig eingezogen oder sogar vernichtet.

Blitzer-Warner im Navigationsgerät

Viele Navigationsgeräte – ob fest eingebaut oder als App auf dem Smartphone – enthalten eine Funktion zur Warnung vor stationären Blitzern. Auch wenn diese Funktion vorinstalliert ist, darf sie während der Fahrt nicht aktiv sein. Wer sein Navi nicht entsprechend einstellt oder die Blitzerwarnung deaktiviert, riskiert Bußgeld und Punkt.

Was bedeutet das für Sie?

  • Der Besitz und Kauf von Blitzer-Warnen oder entsprechenden Apps, solange sie während der Fahrt nicht genutzt oder betriebsbereit mitgeführt werden.
  • Das Hören von Verkehrsnachrichten im Radio, die vor Blitzern warnen.

Welche Städte profitieren am meisten?

Einige deutsche Städte erzielen besonders hohe Einnahmen durch Blitzer – etwa Berlin, München, Hamburg oder Köln. Der Grund: hohe Verkehrsdichte, viele Tempolimits und zahlreiche feste sowie mobile Messstellen. In Ballungsräumen stehen Blitzer oft an Unfallschwerpunkten, in 30 Zonen oder an Ampeln.

Für Autofahrer bedeutet das: In bestimmten Städten ist die Wahrscheinlichkeit, geblitzt zu werden, deutlich höher. Wer dort unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam fahren – auch um unnötige Bußgelder zu vermeiden.

Blitzer in Städten: Was bedeutet Wirtschaftlichkeit genau?

Wenn Städte über die Anschaffung oder den Betrieb neuer Blitzer entscheiden, fällt häufig das Stichwort „Wirtschaftlichkeit“. Gemeint ist damit, dass sich die Investition in die Technik über die zu erwartenden Bußgeldeinnahmen refinanzieren soll.

Kritiker werfen Kommunen deshalb vor, Blitzer vor allem aus finanziellen Gründen aufzustellen. Tatsächlich müssen Städte und Gemeinden nachweisen, dass die Messstellen der Verkehrssicherheit dienen – etwa durch hohe Unfallzahlen oder häufige Überschreitungen.

Wirtschaftlichkeit heißt also nicht automatisch Abzocke, sondern oft: Der Blitzer soll sich durch seinen präventiven Effekt und die generierten Einnahmen langfristig selbst tragen – ohne den Haushalt zu belasten.

Blitzer auf Autobahnen

Auf deutschen Autobahnen stehen an vielen Stellen Blitzer – vor allem dort, wo Tempolimits gelten, etwa an Baustellen oder Gefahrenstellen. Erfahren Sie, an welchen Autobahnabschnitten besonders häufig geblitzt wird.

Blitzer auf Bundesstraßen

Auch auf Bundesstraßen wird regelmäßig kontrolliert. Besonders in Ortsdurchfahrten oder an unfallträchtigen Abschnitten kommen stationäre Messanlagen zum Einsatz. Wir zeigen, wo Blitzer häufig stehen.

Lohnt sich nach dem Blitzer ein Einspruch?

Mit professioneller Hilfe lassen sich Strafen bei Blitzer-Treffern reduzieren oder vollständig abwenden. Ein Rechtsanwalt prüft, ob folgende Fehlerquellen und Schwachstellen vorliegen:

Technische Fehler des Gerätes
Auslöserfehler
Unscharfe Blitzerfotos
Störungen durch Reflexionen
Formelle Mängel im Bußgeldbescheid
Fehlerhafte Angaben
Fehlende Begründung
Verspätete Zustellung & Verjährung
Rechtliche Argumente gegen Strafe
Unverhältnismäßige Sanktionen
Strafe für den Betroffenen unzumutbar

Fazit

Blitzer und Radarfallen sind ein fester Bestandteil der Verkehrsüberwachung in Deutschland. Ihr Zweck: mehr Sicherheit auf den Straßen durch konsequente Kontrolle von Tempoverstößen, Rotlichtverstößen und Abständen. Dabei kommen ganz unterschiedliche Messverfahren zum Einsatz – von stationären Induktionsschleifen bis zu mobilen Laserpistolen.

Doch nicht jede Messung ist korrekt, nicht jede Strafe berechtigt. Wer geblitzt wurde, sollte den Bußgeldbescheid keinesfalls blind akzeptieren, sondern die Umstände genau prüfen (lassen). Denn ob fehlerhafte Technik, falsche Aufstellung oder Formfehler – es gibt viele Ansatzpunkte für einen erfolgreichen Einspruch. Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung für eine erste Einschätzung.



FAQ’s rund um Blitzer & Radarfallen:

Es gibt verschiedene Blitzerarten, die jeweils mit unterschiedlichen Messverfahren arbeiten. Zu den wichtigsten gehören:

  • Radarblitzer: Messen die Geschwindigkeit per Funkwellen (Radarprinzip).
  • Laserblitzer: Arbeiten mit Lichtimpulsen (LIDAR), meist mobil im Einsatz.
  • Lichtschrankenmessung: Erfassen die Geschwindigkeit über Infrarotstrahlen.
  • Piezosensoren & Induktionsschleifen: In die Fahrbahn eingelassene Sensoren, oft bei Ampelblitzern.
  • Police-Pilot-System: Mobiles Video-Messsystem der Polizei aus dem Streifenwagen.
  • Section Control: Misst Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke

Die App Radarbot ist in Deutschland nicht erlaubt, wenn sie während der Fahrt aktiv zur Warnung vor Blitzern genutzt wird. Laut § 23 Abs. 1c StVO dürfen solche Apps vom Fahrer nicht verwendet werden. Bei Verstoß drohen 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Der Ooono Co-Driver warnt akustisch und optisch vor Gefahren und Blitzern. Wird er zur aktiven Blitzerwarnung während der Fahrt genutzt, drohen 75 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass die Blitzer-Messung fehlerhaft war, sollten Sie Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht kann die Messprotokolle und Geräteprüfung einsehen und bewerten, ob ein Einspruch Aussicht auf Erfolg hat.


* Wenn Sie innerhalb eines Jahres zwei mal mit mehr als 26 km/h zu schnell geblitzt werden, droht ein Fahrverbot von 1 Monat
** ab 16 km/h zu schnell mit dem LKW innerhalb oder außerhalb geschlossener Ortschaften droht ein Punkt im Fahreigungsregister in Flensburg
1 Studie der VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co. KG, Januar 2013
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Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens
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Punkte für das Überfahren einer Roten Ampel (länger als 1 Sekunde):



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