E-Führerschein kommt bis Ende 2026
Digitaler Führerschein ab 2026
Seit November 2025 ist der digitale Fahrzeugschein offiziell verfügbar, der digitale Führerschein steckt in den Startlöchern. Die Bundesregierung will damit den Alltag von Autofahrern vereinfachen.
- Der Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) kann seit November 2025 über die neue i-Kfz-App digital auf dem Smartphone hinterlegt und bei Kontrollen vorgezeigt werden.
- Das Bundeskabinett hat am 5. November 2025 einen Gesetzentwurf beschlossen, der die rechtliche Grundlage für einen nationalen digitalen Führerschein schafft.
- Ziel der Bundesregierung ist es, den digitalen Führerschein bis Ende 2026 bereitzustellen – damit wäre Deutschland früher dran als die geplante EU-weite Lösung ab 2030.
- Analogdokumente sollten vorerst trotzdem mitgeführt werden – insbesondere im Ausland bleibt der Papierfahrzeugschein weiterhin Pflicht.
Vom Kärtchen zum Smartphone-Dokument
Die politische Weichenstellung erfolgt in zwei Stufen: Zunächst der Fahrzeugschein, anschließend der Führerschein.Am 5. November 2025 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den digitalen Führerschein in Deutschland rechtlich ermöglicht. Künftig soll der Führerschein auf dem Smartphone nachweisbar sein – der klassische Kartenführerschein bleibt aber bestehen und wird lediglich ergänzt.
Bereits einen Schritt weiter ist der digitale Fahrzeugschein: Die neue i-Kfz-App, entwickelt im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums gemeinsam vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Bundesdruckerei, ist seit November 2025 regulär im App Store und Google Play Store verfügbar. Dort kann die Zulassungsbescheinigung Teil I als „Smartphone-Fahrzeugschein“ hinterlegt und bei Kontrollen gezeigt werden.
Was schon gilt und was noch kommt
Rechtlich ist der Weg für den digitalen Fahrzeugschein bereits frei: Die entsprechende Grundlage wurde 2025 geschaffen.Die i-Kfz-App bildet den digitalen Fahrzeugschein (DFZ) ab und wird als gültiger Nachweis bei Kontrollen in Deutschland anerkannt – zumindest dort, wo die Behörden technisch und organisatorisch vorbereitet sind.
-
Wesentliche Punkte:
- Gültigkeit in Deutschland: Der digitale Fahrzeugschein ersetzt nach und nach die Pflicht, das Papierdokument ständig im Fahrzeug mitzuführen. In der Praxis empfehlen Behörden aber weiterhin, die Papierunterlagen zumindest in einer Übergangsphase dabeizuhaben, weil noch nicht jede Polizeidienststelle flächendeckend geschult ist.
- Kein Ersatz im Ausland: Außerhalb Deutschlands bleibt der Papierfahrzeugschein unverzichtbar. Die digitale Lösung ist national ausgerichtet und im Ausland bislang nicht als offizieller Nachweis etabliert.
Für den digitalen Führerschein liegt bislang „nur“ der Gesetzentwurf des Bundes vor. Dieser regelt, dass der Führerschein künftig app-basiert nachgewiesen werden kann.
Zieltermin für die nationale Lösung ist Ende 2026; zugleich sollen von Anfang an die technischen Vorgaben der geplanten EU-weiten „EUDI-Wallet“ (European Digital Identity Wallet) mitgedacht werden.
Digitaler Fahrzeugschein per App
In der Anwendung lassen sich mehrere Fahrzeuge hinterlegen, der Fahrzeugschein kann bei Bedarf digital mit anderen Personen geteilt werden (z. B. beim Verleih des Autos). Änderungen wie eine neue Hauptuntersuchung werden automatisiert übernommen, sodass die in der App angezeigten Fahrzeugdaten möglichst aktuell bleiben.
Was ändert sich?
Der digitale Fahrzeugschein – und später der digitale Führerschein – kann viele Alltagsabläufe vereinfachen: Bei Kontrollen, beim Carsharing oder beim Verleih des eigenen Autos reicht künftig im Idealfall ein Blick aufs Smartphone.Für Behörden, Werkstätten und Prüforganisationen eröffnet der digitale Nachweis zudem die Möglichkeit, Fahrzeugdaten schneller zu prüfen.
Gleichzeitig bleibt die Einführung eine Übergangsphase: Nicht jede Polizeidienststelle ist technisch sofort auf dem gleichen Stand, im Ausland gelten weiterhin Papierdokumente, und praktische Fragen zu leerem Akku oder Systemausfällen werden erst die nächsten Jahre und erste Streitfälle klären.
Klar ist aber: Der digitale Nachweis ist ein weiterer Schritt hin zu einem stärker digitalisierten Verkehrsverwaltungsrecht – mit Chancen auf mehr Komfort, aber auch mit neuen rechtlichen Diskussionspunkten.
Tipps zum digitalen Fahrzeugschein
- Digitale Nachweise vorerst nur als Ergänzung nutzen: Papier-Fahrzeugschein (und später weiterhin der Kartenführerschein) sollten Sie aktuell noch dabei haben.
- Im Ausland weiter auf Papier setzen: Für Fahrten außerhalb Deutschlands gilt der klassische Fahrzeugschein weiterhin als maßgeblicher Nachweis.
- Voraussetzungen rechtzeitig prüfen: Wer die i-Kfz-App nutzen möchte, sollte die Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises aktivieren und die PIN bereithalten.
- Bei Streitfällen frühzeitig beraten lassen: Kommt es wegen der App oder eines digitalen Nachweises zu Problemen bei einer Kontrolle oder in einem Bußgeldverfahren, kann eine frühzeitige anwaltliche Einschätzung helfen, Fehler im Verfahren zu erkennen und Fristen zu wahren.
1 BMV – Pressemitteilung „Start digitaler Fahrzeugschein“ (zuletzt abgerufen am 14.11.2025)
2 Bundesdruckerei – „Digitaler Fahrzeugschein kommt aufs Smartphone“ (zuletzt abgerufen am 14.11.2025)
3 KBA – Informationen zur i-Kfz-App (zuletzt abgerufen am 14.11.2025)
4 Digitale Verwaltung – eIDAS 2.0 (zuletzt abgerufen am 14.11.2025)
Neuigkeiten und Aktuelles zum Straßenverkehr
Europaweite Handy-Kontrolle
Polizei verschärft Handy-Kontrollen am Steuer: Eine europaweite Aktion soll Ablenkung im Straßenverkehr eindämmen. Erfahren Sie, welche Strafen jetzt drohen.
Großer BMW-Rückruf
In Deutschland sind rund 136.500 Fahrzeuge von einem BMW-Rückruf betroffen. Wir erklären, warum es brenzlig werden kann und welche Schritte Sie sofort einleiten sollten.
Winterreifen 2025: Das gilt
Reine M+S-Reifen sind seit Herbst 2024 tabu. Wer jetzt umrüstet, spart Bußgeld, Punkt und Nerven. Welche Reifen erlaubt sind und was jetzt zu tun ist, lesen Sie hier.