Neue Regeln, Ausgaben und Pflichten ab 2026
Was ändert sich 2026 für Autofahrer?
Das Wichtigste in Kürze:
- Der digitale Führerschein soll in Deutschland bereits Ende 2026 eingeführt werden und ermöglicht die Kontrolle per Smartphone.
- Ab 2026 startet eine neue staatliche Förderung für reine Elektroautos mit bis zu 4.000 Euro Zuschuss für bestimmte Käufergruppen.
- Die nächste Stufe der CO₂-Steuer führt 2026 zu spürbar höheren Preisen für Benzin und Diesel.
- Die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos wird verlängert und gilt bei früher Zulassung bis spätestens 2035.
- Millionen Autofahrer müssen sich auf neue Typ- und Regionalklassen bei der Kfz-Versicherung einstellen.
Digitaler Führerschein ab Ende 2026
Der digitale Führerschein soll in Deutschland bereits Ende 2026 eingeführt werden. Damit liegt Deutschland mit dem geplanten Start vor vielen anderen EU-Mitgliedstaaten. Künftig können Führerscheindaten über eine App auf dem Smartphone vorgezeigt werden. Bei Verkehrskontrollen reicht dann der digitale Nachweis aus.Der bisherige Kartenführerschein behält jedoch weiterhin seine Gültigkeit und wird nicht vollständig ersetzt. Ziel der Einführung ist es, den Alltag zu erleichtern, etwa wenn der physische Führerschein nicht mitgeführt wird.
Neue E-Auto-Förderung ab 2026
Ab dem 1. Januar 2026 legt die Bundesregierung die Förderung für Elektrofahrzeuge neu auf. Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen sowie kleinere Unternehmen können beim Kauf eines reinen Elektroautos eine Prämie von bis zu 4.000 Euro erhalten.Gefördert werden ausschließlich Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis 45.000 Euro. Plug-in-Hybride sind von der Förderung ausgeschlossen. Auch gebrauchte Elektroautos können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.
Die Abwicklung erfolgt über das BAFA. Ziel ist es, den Absatz günstiger E-Modelle zu steigern und den Umstieg auf Elektromobilität sozial abzufedern.
Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos
Die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge wird über 2025 hinaus verlängert. Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, bleiben weiterhin bis zu zehn Jahre steuerfrei.Unabhängig vom Zulassungsdatum endet die Steuervergünstigung jedoch spätestens am 31. Dezember 2035. Ohne diese Gesetzesänderung wäre die Befreiung bereits Anfang 2026 ausgelaufen. Wer den vollen steuerlichen Vorteil nutzen möchte, sollte sein Fahrzeug noch vor Ende 2025 zulassen.
CO₂-Steuer verteuert Kraftstoff
Zum 1. Januar 2026 greift die nächste Stufe der CO₂-Bepreisung. Der Preis pro Tonne CO₂ wird voraussichtlich zwischen 55 und 65 Euro liegen.Bei einem CO₂-Preis von 65 Euro steigen die Kraftstoffpreise deutlich: Benzin wird rechnerisch um etwa 18,6 Cent pro Liter teurer, Diesel um rund 20,5 Cent (im Vergleich zu den Spritkosten von 2021). Die Mehrwertsteuer kommt noch hinzu. Für viele Autofahrer bedeutet das dauerhaft höhere Kosten beim Tanken – insbesondere bei hohem Fahrpensum.
Kfz-Versicherung: neue Typklassen
Ab 2026 ändern sich die Typklasseneinstufungen in der Kfz-Versicherung. Rund zehn Millionen Autofahrer sind davon betroffen. Für etwa 5,9 Millionen Versicherte steigen die Typklassen, was höher Beiträge zur Folge haben kann. Rund 4,5 Millionen Autofahrer profitieren hingegen von günstigeren Einstufungen.Auch die Regionalklassen werden angepasst. In einigen Zulassungsbezirken sinken die Beiträge, in anderen müssen Versicherungsnehmer mit Mehrkosten rechnen.
HU-Plaketten
Fahrzeuge mit einer blauen TÜV-Plakette müssen 2026 zur Hauptuntersuchung nach (§ 29 StVZO). Nach bestandener Prüfung wird eine braune Plakette zugeteilt; die nächste Hauptuntersuchung ist dann im Jahr 2028 fällig.Für Neufahrzeuge – dazu zählen Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen – gilt eine verlängerte Frist von drei Jahren. Sie sind an der rosafarbenen HU-Plakette zu erkennen.
Wer den Termin für die Hauptuntersuchung überschreitet, muss mit Sanktionen rechnen: Bei einer Überziehung von mehr als zwei Monaten werden 15 Euro fällig, zwischen zwei und acht Monaten 25 Euro. Liegt die Frist um mehr als acht Monate zurück, drohen 60 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg.
Neue Verkehrsregeln im EU-Ausland
Auch im Ausland ändern sich 2026 wichtige Regelungen. In mehreren österreichischen Städten sollen kamerabasierte Zufahrtskontrollen eingeführt werden. Unberechtigte Einfahrten können hohe Bußgelder nach sich ziehen – auch für deutsche Autofahrer.In den Niederlanden sind regelmäßige Erhöhungen der Bußgelder geplant. Spanien schreibt für dort zugelassene Fahrzeuge künftig spezielle Warnleuchten statt Warndreiecken vor. Großbritannien diskutiert strengere Alkohol- und Drogengrenzen.
Wer im Ausland unterwegs ist, sollte sich vor Reiseantritt über die jeweils geltenden Verkehrsregeln informieren.
Quellen:
1 BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (zuletzt abgerufen am 12.12.2025)
2 § 29 StVZO (zuletzt abgerufen am 12.12.2025)
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